Stadtimkerei

Bienenfreundliches Saatgut

Bienenfreundliche Pflanzen- und Kräuter-Saat-Gut-Mischung für den Garten oder Balkon. So gibt´s "Zwei in Eins": Ordentlich Nektar-Nahrungsquellen für die Bienen und für Dich täglich frische Blumen und Kräuter zum Kochen.

Die Golden Girls Seeds Mischung enthält: Goldmohn, Schwarzkümmel ( Nigella sativa ), Dill, Drachenkopf (Türkische Melisse), Kamille, Buchweizen und Phacelia.

  • Die Aussaat reicht für ca. 5 qm2


Trend: Urban Beekeeping

http://thewhynot.de/golden-girls-honey-imkerinnen-in-hamburg/  von Carolin

http://thewhynot.de/golden-girls-honey-imkerinnen-in-hamburg/

von Carolin

Why Not?!

Eigenen Honig herstellen. Oder zumindest regionalen Honig kaufen, um einen Beitrag für die Umwelt zu leisten.

Bienen sind unserer wichtigsten Nutztiere. Sie sichern unser Überleben. Auf der Homepage von Golden Girls Honey finden wir ein Zitat von Albert Einstein, der sagte: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Das hat uns zum Nachdenken gebracht, denn es gibt seit einiger Zeit ein großes Bienensterben, sogar ganze Bienenvölker verschwinden spurlos mitten in der Saison. Das Problem wollten zwei Imkerinnen aus Hamburg aktiv angehen. Ann und Julia Böning, die hauptberuflich Fotos in ihrer Postproduktionsfirma Fotomaki Retouching bearbeiten, haben sich 2014 zu Imkerinnen ausbilden lassen und betreuen seit dem 3 Bienenvölker, die Golden Girls, auf dem Dach ihres Büros in Hamburg Ottensen.

Uns gefielen die wundervollen designten Honiggläser und die Tatsache, das sich die beiden sympathischen Imkerinnen am Ende jeden Jahres fragen, was sie Gutes getan haben und ihnen in einem Jahr die Idee kam, Bienen ein Zuhause zugeben.

Wir freuen uns, dass wir Julia ein paar Fragen zu dem neuen Trend „Urban Beekeeping“ stellen durften und zum Beispiel erfahren haben, dass sich das entspannte Leben auf St. Pauli scheinbar auch auf Bienen auswirkt. Lest selbst:

Wie viele Bienenstöcke betreibt ihr?
Julia: 3

Wie viel Honig könnt ihr in etwa produzieren?
J: Pro Volk ca. 50kg pro Jahr.

Wo kann man eine Ausbildung zur Imkerin machen?
J: Eine Ausbildung zu machen ist sehr wichtig. Am Besten kann man diese direkt über die Imkervereine anfragen. Die meisten haben online eine Übersicht mit Ansprechpartnern. Empfehlenswert ist es sich zur Ausbildung einen Paten zu suchen, der einen im ersten und zweiten Imkerjahr begleitet und unterstützt. Wir von Golden Girls Honey bieten aber auch an, uns bei einer Bienendurchsicht zu begleiten. So kann man einen ersten kleinen Eindruck bekommen, wie es sich anfühlt mit Bienen zu arbeiten.

Ich habe gehört, dass man eine Pollenallergie lindern kann, wenn man den Honig aus der eigenen Nachbarschaft verspeist. Ist das tatsächlich so? Und welche gesundheitlichen Vorteile hat der heimische Honig noch?
J: Da würde ich einen Heilpraktiker konsultieren, aber warum sollte eine Desensibilisierung so nicht funktionieren…kann ich mir gut vorstellen
Der gesundheitliche Vorteil von heimischem, kaltgeschleudertem und nicht erhitztem Honig, lokalem Honig, liegt darin, dass dieser nicht industrialisiert ist. Das bedeutet z.B., dass der Honig wie gesagt nicht erhitzt wurde und dadurch seine Inhaltsstoffe wie Mineralien, Spurenelemente oder die antibakterielle Wirkung nicht verliert.

Man sagt, dass Bienen wie Menschen ihren eigenen Charakter haben. Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr so etwas beobachten können?
J: Wir stellen oft fest wie unterschiedlich die Völker sind. In der Regel liegt das an der Königin die ihr Volk führt und den Ton vorgibt. Die Charaktere der Völker können wirklich ganz unterschiedlich sein, was wir selber auch immer erleben. So haben wir z.B. ein Volk aus St. Pauli, das ist eigentlich immer entspannt ist, hier kann sich die ein oder andere verlorene Biene auch „einbetteln“. Bei einem anderen Volk von uns wird nicht lange gefackelt, da sind fremde Gäste nicht willkommen. Man kann am Flugbrett der Bienen sehr viel über die Stimmung und den Grundzustand des Volkes ableiten.

Da schließt sich natürlich die Frage an, ob ihr schon gestochen worden seid?
J: Klar, das lässt sich leider nicht vermeiden, selbst wenn man Schutzanzüge trägt.

Gibt es genug Nahrung für die Bienen in eurer Umgebung, mitten in Hamburg?
J: Ja. In der Stadt gibt es reichliche Nektar- und Pollenquellen für die Bienen und das auch über das ganze Jahr verteilt, nicht so wie auf dem Land wo die Monokultur vorherrscht und der nahrungsaufnahmezeitraum begrenzt ist.
Die Bienen haben ein Radius von ca. 6km in dem sie ausfliegen und fleißig sammeln. Um den Bienen aber noch zusätzliche Nahrungsquellen in der Stadt zu bieten, haben wir ein bienenfreundliches Saatgut entwickelt, da die Bienendichte momentan in der Stadt auch steigt, eine sehr positive Entwicklung.

Müsst ihr manchmal auch zu füttern? Wenn ja, was heißt das? Wie füttert man Bienen?
J: Ja. Zum Herbst hin ist es die Aufgabe des Imkers genau zu schauen wie viel Resthonig das Volk noch hat und wie hoch der Bienenbestand ist. Danach wird genau ausgerechnet wie viel das Volk an Futter braucht um über den Winter zu kommen damit es nicht verhungert. Es gibt im Imkerfachhandel bestimmte Zuckersirup-Arten die der ergänzenden Fütterung dienen. Auch der Zeitpunkt des Zufütterns spielt eine große Rolle, damit die Bienen den Sirup noch annehmen.

Wer sind die Feinde der Bienen?
J: Der größte Feind der Bienen ist der Mensch, der in die Entwicklung der Umwelt eingreift. Durch Pestizide und den Klimawandel werden die Bienen gestresst und dadurch geschwächt. In Ländern wie China werden pflanzen schon per Hand bestäubt, da es nicht mehr genug Bienen gibt. Aber auch die „Varroa Milbe“ ist ein großer Feind der Bienen. Sie überträgt Viren, die Krankheiten verursachen oder das ganze Volk zum kollabieren bringen kann.
Hornissen können innerhalb von 30min ein ganzes Volk zerstören und sind daher vom Imker auch nicht gerne gesehen, obwohl sie unter Naturschutz stehen.

Und eine letzte Frage: Was machen Bienen eigentlich im Winter?
J: Im Winter reduziert sich das Volk in der Größe. Alle Drohnen (die männlichen Bienen) werden verbannt. Das Volk bildet eine Wintertraube in der alle Bienen eng aneinander sitzen. Sie wärmen sich durch Vibration und regulieren ihre Wasserzufuhr. Die Stocktemperatur liegt dann bei ca. 35 Grad. Ab einer Temperatur von 10 Grad ist wieder Flugwetter.

Da die Bewirtschaftung von Bienenstöcken kein Zuckerschlecken ist und da enorm viel Arbeit hinter steckt, könnt ihr sowohl Julia und Ann, als auch unsere Umwelt und eure Gesundheit mit dem Kauf von dem  besten regionalen Honig unterstützen.

Oder ihr könnte eine sehr informative „Inspektion“ bei den Golden Girls buchen, bei der euch Julia und Ann zu einer Bienenduchsicht auf ihr Dach mitnehmen und ihr „Backstage“ mit Schleier, Rauch und viel Bienengebrumme einen Einblick in das Imkerinnendasein bekommt. In dem Kurs erfahrt ihr von den Profis alles über die Bienen in der Stadt, verkostet den guten Honig und bekommt alle eure Fragen zum Thema Bienen beantwortet.


Goldengirlshoney im Interview mit r.e.mix ...

Deutschland summt: Zwei Hamburger Imkerinnen über den Trend „Urban Beekeeping“ in deutschen Großstädten

 Autor: Yordanka Yankova / 24. März 2016 / r.e.mix Verbraucher

Dreimal um die Welt für ein halbes Kilo Honig: Diesen Weg muss eine Biene zurücklegen, damit wir morgens das flüssige Gold auf unserem Frühstücksbrötchen genießen können. Dabei beträgt die Körpergröße der kleinen Tiere gerade einmal einen guten Zentimeter – eine wahre Meisterleistung also! Eine viel größere Herausforderung stellt jedoch der schwindende Lebensraum für sie dar. Die traurige Folge: weltweites Bienensterben. Da die fleißigen Helfer aber eine unverzichtbare Rolle für unser Ökosystem spielen, setzen sich immer mehr Menschen für den Schutz der Bienen ein – selbst in den Großstädten. Dem Trend „Urban Beekeeping“ haben sich zum Beispiel auch Ann und Julia aus Hamburg verschrieben: Seit 2014 schenken die beiden Stadtimkerinnen ihren Golden Girls nicht nur einen neuen Lebensraum, sondern produzieren auch noch richtig leckeren Honig. Wir wollten es genauer wissen und haben uns mit den beiden unterhalten.

Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr inzwischen drei Bienenvölkern ein Zuhause auf eurem Dach bietet?
Das kam mit unserem Büroumzug. Wir haben nun ein freistehendes Haus mit Flachdach mitten in der Stadt und da man für das Imkern viel Platz braucht, hat sich uns hier eine ideale Chance geboten.

Wo und wie „wohnen“ eure Golden Girls genau?
Die Mädels haben es sehr gut bei uns! Unsere drei Völker wohnen jeweils in einer Bienenbeute, einem großen Holzkasten wie man ihn aus der Imkerei kennt. Sie ist hell angestrichen und in jeder Beute befinden sich 12 Rähmchen, die den Bienen zum Bau der Bienenwabe dienen.

Hauptberuflich betreibt ihr ja eure eigene Postproduktionsfirma. Wie war es, noch mal die Schulbank zu drücken und wie lief die Imker-Ausbildung ab?
Der Imker-Kurs fand immer am Abend nach der Arbeit statt, was teilweise ziemlich anstrengend war. Und zu Beginn wird im Kurs sehr viel Theorie durchgenommen. Das ist recht trocken und man muss sich gedulden, weil man eigentlich gleich mit der Praxis loslegen möchte.

Wie viel Arbeit steckt für euch überhaupt dahinter, bis ihr den fertigen Honig abfüllen könnt?
Imkern ist ja Saisonarbeit und die geht von April bis September/Oktober. In dieser Zeit ist sehr viel zu tun und man sollte auch seinen Urlaub genau timen. Einmal pro Woche sind wir bei den Bienen und machen die Durchsicht, das heißt, wir checken ihre Gesundheit und wie sie sich entwickeln. Im Mai und Juni beginnen Bienen zu schwärmen, dann sollte man mindestens alle sieben Tage nach ihnen schauen, um das Volk zusammenzuhalten. Und auch die Honigernte ist recht aufwendig, das hängt aber natürlich davon ab wie viel man erntet. Bei der Ernte muss man zunächst die Rähmchen aus der Beute holen und die Bienen entfernen. Danach werden die Rähmchen entdeckelt und geschleudert. Anschließend filtern wir den Honig. Je nach Zuckergehalt des Honigs kann man dann entscheiden, ob man den Honig flüssig lässt oder ihn cremig rührt. Dabei werden die Zuckerstückchen in tausende kleine Teile zerschlagen und der Honig wird cremiger. Den Vorgang wiederholt man zweimal am Tag über zwei Wochen hinweg.

Was sind aus eurer Sicht die besonderen Herausforderungen des „Urban Beekeeping“? Welche Tipps habt ihr für zukünftige Imker, die noch mit dem Gedanken spielen, selbst Bienen in der Stadt zu halten?
Die größte Herausforderung bezogen auf die Stadt ist eben die vorhin schon erwähnte Schwarmkontrolle. Auch die Gesundheit der Bienen ist hier ein größeres Thema als auf dem Land. Mit der höheren Bevölkerungsdichte an Bienen in Großstädten ist auch die Ansteckungsgefahr unter den Bienenvölkern höher. Da die Biene selbst und das Imkern sehr komplexe Themen sind, empfehlen wir Neu-Imkern einen professionellen Kurs im Imker-Verein zu machen. Dieser dauert zwischen einem halben und einem Jahr. Sich nur ein Buch über das Imkern durchzulesen zeigt zwar den Willen, etwas Gutes zu tun. Das reicht aber noch lange nicht aus, um wirklich ausreichend über dieses empfindliche Tier und die Tätigkeit an sich zu lernen. Es empfiehlt sich auch, sich einen Paten im Imker-Verein zu suchen, der einen in der Anfangsphase unterstützt.

Gebt ihr euer Wissen über das Imkern auch an andere weiter?
Wir bieten eine sogenannte „Inspection“ an, zu der sich Interessierte anmelden und uns dann über die Schulter gucken können.

Ihr lebt mitten in Hamburg. Da denken viele ja erst einmal an die vielen Schadstoffe in der Luft. Kann man euren Honig bedenkenlos essen?
Das stimmt, viele denken, dass Stadthonig eine höhere Belastung hat. Es ist aber eher andersherum. Das liegt daran, dass in der Stadt weniger gespritzt wird als auf dem Land. Es ist meistens eher so, dass die Biene den Weg nach Hause zu ihrem Stock gar nicht mehr schafft und stirbt, wenn sie „schlechten“, mit Schadstoffen belasteten Nektar einsaugt.

Wie beschreibt ihr den Geschmack eures Hamburger Honigs? Schmeckt er anders als beispielsweise Honig aus München?
Generell haben wir zwei Sorten: Frühjahrs- und Sommerblüte. Stadt-Honig hat mehr Nuancen als Land-Honig, da es auf dem Land viele Monokulturen gibt. Im Frühjahr sammeln unsere Bienen den Nektar von Kastanien, Schneeglöckchen oder Waldmeister, wodurch der Honig ein zitrusartiges Aroma erhält. Im Sommer ist der Geschmack durch die Linden würziger und kräftiger. Bienen werden also in der Großstadt auf jeden Fall satt! Der Geschmack ist von Stadt zu Stadt und sogar in unterschiedlichen Stadtteilen verschieden, da sich Bienen ja nur in einem Kreis von sechs Kilometern bewegen.

Hand auf’s Herz: Wie oft werdet ihr gestochen?
Gerne zur Honigernte, ansonsten nicht so oft. In den letzten zwei Jahren etwa drei Mal. Wenn sie schlechte Laune kriegen, strecken Bienen ihren Hintern in die Luft. Ein eindeutiges Zeichen – dann sollte man sich entweder sputen oder etwas anderes machen, bis die Tiere wieder ruhiger sind.

Der Frühling steht vor der Tür. Stehen eure Bienen schon in den Startlöchern?
Auf jeden Fall! Die Vorbereitungszeit läuft gerade. Ab Anfang April, wenn es etwa 10 Grad hat, legen unsere Golden Girls wieder richtig los.

Vielen Dank für das Gespräch, Ann und Julia.